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Landesregierung legt Mittelstandsbericht 2010 vor
28.7.2010

 

Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft in den letzten fünf Jahren, Maßnahmen und Fördermittelverwendung

 

Die mittelständische Wirtschaft gewinnt in Baden-Württemberg weiter an Bedeutung. „Trotz der schweren Rezession hat die Wirtschaft im Land weder ihre Innovations- und Leistungskraft verloren noch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Der Garant für diese hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist unser Mittelstand, dessen Unterstützung ein Grundpfeiler unserer Wirtschaftspolitik bleibt“, betonten Ministerpräsident Stefan Mappus und Wirtschaftsminister Ernst Pfister anlässlich der Behandlung des Mittelstandsberichts 2010 im Kabinett.

Der Mittelstandsbericht informiert über die Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft in den letzten fünf Jahren, die mittelstandsrelevanten Leistungen des Landes und die Verwendung von Fördermitteln. Außerdem beinhaltet er einen Ausblick auf zukünftige Themen und Herausforderungen der Mittelstandspolitik. Laut Bericht flossen in den Jahren 2005 bis 2009 insgesamt rund 560 Mio. Euro in die Mittelstandsförderung.

Stetige Zunahme mittelständischer Betriebe im Land

Pfister wies darauf hin, dass die Zahl der mittelständischen Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten zwischen 2005 und 2009 in Baden-Württemberg um rund 7.200 zugenommen habe. Die Zahl der Beschäftigten im baden württembergischen Mittelstand stieg im gleichen Zeitraum um gut 105.000 Personen. Damit gab es 2009 477.153 kleine und mittlere Unternehmen im Südwesten. 2009 erwirtschafteten diese annähend 773 Milliarden Euro Umsatz und damit 57,9 Prozent des gesamten Umsatzes.

Maßnahmenpaket des Landes zur Bewältigung der Wirtschaftskrise

Zur Bewältigung der Wirtschaftskrise hatte die Landesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Dazu zählt der Ausbau der Infrastruktur über das Infrastrukturprogramm des Landes und das Konjunkturprogramm des Bundes. Eine besondere Rolle kommt in der Krise der Sicherung der Mittelstandsfinanzierung zu. So wurde der Bürgschaftsrahmen für Unternehmenskredite von 150 Millionen Euro in zwei Schritten auf 1,2 Milliarden Euro erhöht. Eine weitere Maßnahme, um die Unternehmen bei der Krisenbewältigung zu unterstützen, ist das Förderprogramm zur Krisenberatung. Im Jahr 2009 konnten mit diesem Programm über 350 Mittelständler mit insgesamt mehr als 500.000 Euro unterstützt werden. Das Programm wird auch im Jahr 2010 fortgeführt.

Langfristige Sicherung des Fachkräfteangebots

Das Wirtschaftsministerium hat bereits im Jahr 2007 eine Initiative zur langfristigen Sicherung des Fachkräfteangebots für die Betriebe und Firmen in Baden-Württemberg gestartet. Die Fachkräfteinitiative umfasst im Wesentlichen die Verstärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von älteren Erwerbspersonen, von Frauen und von Menschen mit Migrationshintergrund, die Erleichterung der Zuwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften und die Steigerung der Absolventenzahl in den technischen Berufen, insbesondere in den Ingenieurberufen.

Führende Rolle des Landes als Innovationsmotor und Impulsgeber sichern

Auch die Förderung von Innovationen nahm im Berichtszeitraum einen breiten Raum ein. Ende 2007 hat die Landesregierung einen Innovationsrat einberufen. Dieses Beratungsgremium der Landesregierung soll dazu beitragen, die führende Rolle Baden-Württembergs als Innovationsmotor Deutschlands zu sichern und neue Innovationsimpulse für Produktivität und Beschäftigung zu setzen. Zu den wichtigsten Empfehlungen des Innovationsrats, die bereits umgesetzt wurden, gehört die Auflage eines Sofortprogramms der Landesregierung zur Beschäftigung von Absolventen aus den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) im Wissenschaftsbereich. Für die Umsetzung der Empfehlungen des Innovationsrats sind im Landeshaushalt 2010/2011 rund 30 Millionen Euro vorgesehen.

Cluster-Förderung weiter ausbauen

Regionale Cluster werden mit ihren Initiativen gemeinsam vom Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium im Zusammenhang mit Wettbewerben des Bundes und des Landes ideell oder finanziell begleitet und unterstützt. In Baden-Württemberg gibt es derzeit über 100 regionale Clusterinitiativen, die in dem von der Landesregierung 2008 erstmalig herausgegebenen „Clusteratlas Baden-Württemberg“ dargestellt sind. Hand in Hand mit den clusterpolitischen Aktivitäten des Landes ging der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebene Spitzencluster-Wettbewerb. Nach den beiden bislang erfolgten Ausschreibungsrunden werden in Deutschland insgesamt zehn Spitzen­cluster über fünf Jahre gefördert, wobei drei sowie ein großer Teil eines vierten bundesländerübergreifenden Spitzenclusters in Baden-Württemberg liegen.

Innovationsgutscheine werden stark nachgefragt

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das seit dem Frühjahr 2008 Innovationsgutscheine an kleine und mittlere Unternehmen ausgibt. Mit Hilfe dieser Gutscheine können sich Unternehmen bei Innovationsprojekten Unterstützung am nationalen und internationalen Forschungsmarkt einkaufen. Bislang wurden bereits rund 1.000 Innovationsgutscheine vergeben. In der Förderperiode 2007 - 2013 des Europäischen Sozialfonds (ESF) hat das Wirtschaftsministerium zudem das Förderprogramm Coaching aufgelegt. Damit wird die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen im Zusammenhang mit einem Innovationsvorhaben, einer Kooperation, der Reduzierung des Energieverbrauchs, der Anpassung an den demografischen Wandel und Unternehmensübergaben gefördert. Auch dieses Programm wird von den Unternehmen stark in Anspruch genommen. So wurden bisher allein im Bereich Innovation über 800 Coachings gefördert.

Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg

 




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