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Spitzenplatz in der Medienforschung
Mit rund 400.000 Beschäftigten in der Kreativwirtschaft und einem jährlichen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro zählt Baden-Württemberg zu einem der führenden IT- und Medienstandorte in Deutschland, der zudem von einer hohen Dynamik geprägt ist. Getragen ist diese Entwicklung von einer lebendigen Medienszene mit hervorragenden Netzwerken und einem breiten Spektrum an Forschungseinrichtungen für Medienfragen. Verankert sind diese an den Hochschulen des Landes ebenso wie an einer Vielzahl öffentlicher und privatwirtschaftlicher Einrichtungen und Initiativen. Schwerpunkte sind kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen, Media-Analysen sowie die Reflektion der Medienwirkung.
| Innovatives Forschungsumfeld für Medienfragen |
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Größtes universitäres Forschungszentrum im Bereich Medien ist der Fachbereich Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Universität Hohenheim, dem die Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung angegliedert ist. Die Wissenschaftler untersuchen beispielsweise, welche Internetnutzer aus welchen Motiven und mit welchem Gewinn am Web 2.0 teilnehmen und welche Konsequenzen sich aus der steigenden Nutzung von Web 2.0-Anwendungen für Individuen, Gruppen und die Gesellschaft ergeben. Andere aktuelle Forschungsthemen sind die Akzeptanz von E-Commerce sowie neue Wege bei der Unternehmenskommunikation.
Von Multimedia bis Ethik
Ein umfassender Pfeiler der anwendungsorientierten Medienforschung und -entwicklung ist die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart mit dem ihr angegliederten Institut für Angewandte Forschung. Die Schwerpunkte reichen von Softwaresystemen über audiovisuelle Medien, innovative Print- und Publishing-Technologien und neue Lernwelten bis hin zu Fragen der Medienwirkungsforschung sowie der Medien- und Wirtschaftsethik. Der Forschungsbereich „Convergent Media“ befasst sich mit dem Zusammenwachsen von Print, Online, Fernsehen, Radio und Mobilfunk. Angegliedert ist ein „Streaming Media Labor“, ein Forschungszentrum für die Webradio- und WebTV-Forschung, das in Zusammenarbeit mit der Medienindustrie den Technologietransfer fördert. Darüber hinaus verfügt die HdM über ein Institut für Werbung und Marktkommunikation, das insbesondere mittelständischen Unternehmen zu Seite steht.
Die rasante Entwicklung der Informationstechnologien und den daraus resultierenden Wandel der sozialen Strukturen thematisiert das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Hier verbindet sich Forschung unmittelbar mit Produktionen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Im Fokus stehen zum Beispiel künstlerische Anwendungen im Bereich digitaler Bildtechnologien und Computermusik. Das Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft am ZKM befasst sich mit wirtschaftlichen und sozialen Phänomenen im Zusammenhang mit der Nutzung neuer Medien und verknüpft die empirischen Erkenntnisse mit anwendungsorientierter Beratung. |
Fundierte Daten zur Mediennutzung
Wer nach Basisdaten zu TV, Hörfunk, Print, Film und Internet sucht, ist auf dem Online-Portal „Mediendaten Südwest“ an der richtigen Adresse. Die unter anderem von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), der Landeszentrale für politische Bildung und der MFG Baden-Württemberg getragene Plattform informiert über Fragen der Mediennutzung, technologische Trends, Forschungsprojekte im Bereich Medien und rechtliche Fragen. Ergänzend zum Internetangebot werden Broschüren zum Medienangebot sowie Hintergrundinformationen herausgegeben. Die LFK, zu deren Hauptaufgaben die Lizenzierung privater Fernseh- und Hörfunkveranstalter gehört, führt zudem gemeinsam mit der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse Reichweitenuntersuchungen durch, die speziell auf regionale und lokale Sender bezogen sind. Führend auf dem Feld der Umfrageforschung ist das Institut für Demoskopie in Allensbach. Zum Leistungsspektrum im Bereich der Medienforschung gehören bekannte Media-Analysen wie die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) oder die Computer- und Telekommunikations-Analyse (ACTA). Zudem werden redaktionelle Leserschaftsstudien für einzelne Zeitungen und Zeitschriften erstellt.
Zukunftsszenarien für IT und Medien
Zukunftsorientierte Informations- und Medientechnologien und deren Nutzung in Baden-Württemberg stehen im Mittelpunkt der FAZIT-Forschung, die von der MFG Stiftung Baden-Württemberg, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsförderung sowie dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung getragen wird. Das Spektrum reicht von Marktanalysen und Unternehmensbefragungen über Fallstudien und wissenschaftliche Workshops bis hin zu Delphi-Studien und Szenarioprozessen, so zum Beispiel zur IT- und Medienwelt im Jahr 2020. Mit dem Innovationsprogramm Web 2.0 gibt die MFG neue Impulse zu den wirtschaftlichen und sozialen Potentialen des "next generation internet". |
| Medienstandort erster Klasse |
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Förderung der Medienkompetenz
Ein großes Anliegen ist Baden-Württemberg die Förderung der Medienkompetenz mit Hilfe der Medienbildung und Medienpädagogik. Verankert ist diese Disziplin insbesondere an den Pädagogischen Hochschulen (PH) des Landes. So führt die Abteilung Medienpädagogik an der PH Ludwigsburg praxisnahe Studien durch, die zum Beispiel mediendidaktische Lernarrangements oder den Einsatz audiovisueller Medien zur Integration von Jugendlichen aus Randgruppen beleuchten. Von zentraler Bedeutung für die Medienerziehung ist auch der medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS), der unter anderem die Basisstudie „JIM“ zum Umgang Jugendlicher mit Medien und Information sowie die Studie „Kinder und Medien“ (KIM) herausgibt. Den Erwerb, die Vermittlung und die Kommunikation von Wissen mit innovativen Technologien erforscht das Institut für Wissensmedien in Tübingen. Aktuelle Themen sind die Entwicklung hypermedialer Lernumgebungen sowie Cybermedien, die Lerninhalte in Form grafisch-dreidimensional gestalteter Szenen vermitteln. Und das Internetportal Mediaculture, ein Projekt des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, hält Arbeitsmaterialien für Studierende und Lehrer bereit und gibt eine Übersicht über Beiträge zu den Themen Medienforschung, Medienwirkung- und theorie.
Internationale Medienszene
Gestützt wird die Medienforschung in Baden-Württemberg durch hochkarätige Veranstaltungen und Messen, die den Forschungstransfer sowie die Bildung von Netzwerken fördern. So gilt der von der MFG Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft getragene, im Wechsel in Berlin und Stuttgart stattfindende Deutsche Multimediakongress (DMMK) als Trendbarometer für interaktive Medien. Und zu der Filmakademie Ludwigsburg und Partnern ausgerichtete, englischsprachige „International conference on the creation, production and distribution of digital entertainment”, kurz fmx, pilgern alljährlich die führenden Köpfe der internationalen Kreativszene in die baden-württembergische Landeshauptstadt. |
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