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Software made in Baden-Württemberg

 

Baden-Württemberg und Silicon Valley? Der Vergleich hinkt nur auf den ersten Blick. Denn wer sich die Softwarebranche in den USA und Europa näher ansieht, wird feststellen, dass die kalifornische IT-Hochburg und die Hightech-Region zwischen Karlsruhe und Stuttgart mehr Gemeinsamkeiten haben als vermutet. Baden-Württemberg nimmt mit einem Umsatz von beinahe 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2007 und einem Weltmarktanteil von sieben Prozent bei Unternehmenssoftware und -diensten weltweit den zweiten Platz hinter dem Silicon Valley ein.

 

Mann im Büro am Computer
Software ermöglicht den Erfolg
Dynamisches Wachstum der Softwarebranche

In Baden-Württemberg erwirtschafteten im Jahr 2007 rund 5.539 Softwarehäuser einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Arbeitsplätze ist gestiegen. So wurden im Jahr 2007 rund 45.000 Stellen im Bereich der IT-Dienstleistungen geschaffen. In Baden-Württemberg haben ca. 17 Prozent der deutschen IT-Unternehmen ihren Unternehmenssitz. Die baden-württembergischen Unternehmen stellten zudem 24 Prozent aller Arbeitsplätze der Branche.

Baden-Württemberg gilt als einer der führenden IT-Standorte in Europa. Neben SAP, dem weltweit führenden Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware mit Sitz in Walldorf bei Heidelberg, und den im Südwesten ansässigen Weltfirmen IBM Deutschland und Hewlett-Packard (HP) Deutschland, tragen vor allem kleine und mittelständische Softwareunternehmen, wie bspw. die Firmen Topalis in Korntal-Münchingen oder Wilken in Ulm zur Innovationsdynamik des Standorts bei. Systeme im Bereich Dokumentenmanagement, Archivierung, CRM oder ERP sowie die Integration dieser unterschiedlichen Systeme stellen hier, gemeinsam mit der Bereitstellung der nötigen IT-Infrastruktur im Hintergrund, die wesentlichen Geschäftsfelder dar. Das Spektrum reicht von Spezialisten für Adresssoftware und Automatisierung über Logistik und Maschinensteuerung bis hin zur Programmierung festverdrahteter Anwendungen, die im Maschinen- und Automobilbau sowie der Elektrotechnik industriell eingesetzt werden.

Die feste Bindung zwischen Software und dem Land der Spätzle und Weinreben zeigt sich ebenso im Bereich Open Source (OS). An erster Stelle ist hier KDE zu nennen: Die freie Desktop-Umgebung für Linux wurde 1996 in Tübingen ins Leben gerufen. Nicht nur deshalb existieren heute in Baden-Württemberg viele kleine und mittelständische Unternehmen, die sich im Geschäftsfeld Open Source etabliert haben. Auch auf Seiten der Anwender ist freie Software vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen stark präsent. Die Stuttgarter Versicherung setzt Open Source im Desktop Bereich sowie in der Infrastruktur ein und hat hier eine Vorreiterrolle inne. Aber auch der öffentliche Bereich ist Beispiel für die Hinwendung zum wachsenden OS-Sektor. Etliche schwäbische Gemeinden bewältigen ihren Alltag voller Bürokratie bereits mit Open Source Software, allen voran die Städte Schwäbisch Hall und Freiburg im Breisgau.

 

Softwarezentrum Böblingen
Softwarezentrum Böblingen: seit 1995 erfolgreich
Impulse durch Hochschulen und Software-Zentren

Der wichtigste Grund für das kontinuierliche Wachstum der Softwarebranche in Baden-Württemberg ist sicherlich die hier ansässige Fertigungsindustrie als unmittelbarer Anwender von Neuentwicklungen. Sie profitiert von den Zeit- und Kostenersparnissen bei der Anwendung intelligenter Software und kann somit vermehrt Geschäftsprozesse und Datenflüsse automatisieren. Positive Signale für Softwareunternehmen kommen aber auch von den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes.

In Baden-Württemberg gibt es mehr als 220 Studiengänge im Bereicht IT und Medien.  Die IT-Forschung und -Ausbildung der Universitäten Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim hat bundesweit eine Spitzenstellung. Auch die Universitäten Heidelberg, Freiburg, Konstanz und Tübingen gelten in Bereichen der IT und anderen Wissenschaften als fortschrittlich. Die Unternehmen profitieren von den dort ausgebildeten, hoch qualifizierten Fachkräften ebenso wie von Entwicklungskooperationen mit Hochschulen und weiteren Forschungseinrichtungen. Impulse für die Praxis geben beispielsweise in Karlsruhe das FZI Forschungszentrum Informatik und die Fraunhofer-Institute für Informatik und Datenverarbeitung (IITB) sowie für System- und Innovationsforschung (ISI), in Stuttgart das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Besonders intensiv geforscht wird an den Universitäten in Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen. Diese finden sich im bundesweiten Vergleich unter den besten elf Universitäten und sichern so eine Spitzenposition für Baden-Württemberg.

 

Optimale Startbedingungen für Start-ups und damit für die marktwirtschaftliche Umsetzung neuer Ideen, bieten die Software-Zentren in Baden-Württemberg: Mitte der 90er Jahre wurden mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums insgesamt sechs Software-Zentren in Böblingen/Sindelfingen, Friedrichshafen, Heilbronn, Lörrach, Mannheim und Pforzheim aufgebaut. Dazu kamen zwei weitere Zentren in Stuttgart und Waldkirch. Die Zentren unterstützen junge, innovative Unternehmen der Branche durch Synergien mit Forschungseinrichtungen. Über die branchenspezifischen Software-Zentren hinaus gibt es im ganzen Land weitere attraktive Standorte für kleinere Firmen und Niederlassungen, beispielsweise in Technologie- und Innovationszentren u.a. in Aalen, Freiburg, Göppingen, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Kornwestheim, Offenburg, Rastatt, Radolfzell, St. Georgen, Tübingen, Ulm und Weil am Rhein.

Netzwerk zur Förderung von Open Source Software

Als Resultat der wachsenden Bedeutung von Open Source in der Softwarebranche entstand im Jahr 2005 die Linux Solutions Group e.V. - kurz LiSoG. Mit dem Ziel Open Source basierte Lösungen zu fördern, agiert sie mit einem Netzwerk aus IT-Anbietern, Anwendern und wissenschaftlichen Partner. Die Arbeit der LiSoG spiegelt den Entwicklungsgeist von Open Source Software wieder: Viele Einzelakteure verfolgen gemeinsam ein Ziel, bringen ihre Ideen und ihren Erfindergeist gleichermaßen ein und erschaffen so etwas Neues. Etwa ein Drittel der LiSoG-Mitglieder stammen aus Baden-Württemberg.

 




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