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Information und Kommunikation: ein Job- und Innovationsmotor für Baden-Württemberg
Autos aus Baden-Württemberg prägen das Straßenbild in weiten Teilen der Welt. Doch auch in Sachen Information und Kommunikation (IuK – oder IKT für Informations- und Telekommunikationstechnologie) entwickeln die Badener und Schwaben rund um den Globus Bedeutsames. Dabei hat die Innovationsgeschwindigkeit in dieser Branche in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen.
| Telekommunikation: allgegenwärtige Basistechnologie |
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Wie schnell Innovationen in den Alltag Einzug halten können, erlebt die 61-jährige Rosel Mosch in der eigenen Wohnung. Dort steht wie bei insgesamt 200 Testern in der Bodenseestadt Friedrichshafen jetzt ein digitaler Bilderrahmen, auf den zum Beispiel ihr Hunderte Kilometer entfernt lebender Sohn Fotos via MMS oder Webportal senden kann. Dies ist nur eines der zahlreichen Projekte, die von der Deutschen Telekom im Rahmen des Projekts T-City Friedrichshafen initiiert wurden. Unter anderem profitiert die Stadt auch von einer interaktiven Lernplattform für Schüler, intelligenter Verbrauchsmessung für Strom und Gas mit vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten und zahlreichen Multimediadiensten über IP-TV, die auch auf die Region zugeschnittene Nachrichten umfassen. Im Rahmen des beispielhaften Leuchtturmprojekts, um das sich deutschlandweit mehr als 50 Kommunen beworben hatten, demonstriert die Telekom in Friedrichshafen seit 2007, welche Anwendungen auf Basis modernster Breitbandnetze in Festnetz und Mobilfunk möglich sind. Zum Einsatz kommen HSPA-Mobilfunk (High Speed Packet Access) und VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line). „Während einer Projektlaufzeit von fünf Jahren sollen die Lebensqualität der Bürger, die Standortqualität und die Vernetzung der Stadt durch modernste Informations- und Kommunikationstechnik nachhaltig gesteigert werden“, so ein Telekom-Sprecher. Die Projekte in Friedrichshafen sollen aufzeigen, welche Chancen und Potenziale in einer flächendeckenden, durchgängigen Nutzung moderner Technologien liegen. |
| Neue Marktchancen: Mobile Kommunikation in der Industrie |
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Die IuK-Branche ist in Baden-Württemberg ein Jobmotor
Eine florierende Hightech-Branche sorgt für attraktive Jobs im Ländle. Schon heute arbeiten in den baden-württembergischen Branchen IuK sowie Medien und Elektronik über 400.000 Mitarbeiter in rund 48.000 Unternehmen. Sie erwirtschaften jährlich 50 Milliarden Euro. Rund ein Viertel davon, nämlich 12 Milliarden Euro, entfällt auf den Sektor „Informations- und Telekommunikationstechnologie“ mit rund 9.500 Unternehmen. Hier wiederum spielt laut Umsatzsteuerbericht 2006 in Baden-Württemberg die Softwarebranche eine besonders große Rolle, die 5,2 Milliarden Euro umsetzt. Datenverarbeitung und damit verbundene Tätigkeiten sind ebenfalls gut im deutschen Südwesten vertreten und bringen es gemeinsam auf fast 5,7 Milliarden Euro. Weiterhin beeindrucken die Umsätze bei den Fernmeldediensten (592 Millionen Euro, aus formalen statistischen Gründen nicht in dieser Zahl und der Summe 12 Milliarden Euro enthalten: 2,6 Milliarden Euro Umsatz von debitel im Jahr 2006) und bei der Hardwareberatung (421 Millionen). Langfristig betrachtet weist die IKT-Branche in Baden-Württemberg mit 1,4 Prozent jährlichem Zuwachs eine positivere Beschäftigungsentwicklung auf als die Gesamtwirtschaft mit einem Zuwachs von einem Prozent jährlich.
Viele der Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich in Baden-Württemberg mit IT und Telekommunikation beschäftigen, sind weltweit anerkannt und führend in der Branche. Das Dreieck Stuttgart, Esslingen, Böblingen sowie die Regionen Karlsruhe und Freiburg sind Schwerpunkte der IuK-Technik in Baden-Württemberg. Dort und in Reutlingen befinden sich zahlreiche namhafte Forschungsinstitute wie die Forschungszentren in Karlsruhe, die Hahn-Schickard-Gesellschaft für Mikro- und Informationstechnik in Villingen-Schwenningen oder das Institut für Navigation an der Universität Stuttgart. Im ganzen Land verteilt werden zahlreiche Studiengänge angeboten, in denen sich junge Menschen für eine Karriere im IuK-Bereich qualifizieren können. In 22 Steinbeis-Zentren stehen außerdem Professoren als Impulsgeber für die Wirtschaft zur Verfügung und sorgen dafür, dass Wissenschaft und Wirtschaft voneinander profitieren. |
Industrie und Forschung auf internationalem Spitzenniveau
Öffentliche Forschungseinrichtungen und die Industrie arbeiten dabei Hand in Hand: Das größte Forschungszentrum von IBM außerhalb der USA befindet sich ebenso in Baden-Württemberg wie die deutsche Niederlassung von Hewlett Packard. Alcatel-Lucent ist mit seiner Deutschland-Zentrale in Stuttgart vertreten und entwickelt dort unter anderem weltweit relevante Technologien für Mobilfunknetze und Breitbandkommunikation der Zukunft. In Böblingen konzipieren und fertigen Philips und das HP-Spin-off Agilent Halbleiter. Kodak steuert seine Marketing- und Vertriebsaktivitäten von Stuttgart aus und Bosch errichtet Breitbandnetze in Gerlingen. In Friedrichshafen ist Nortel Networks mit seinem Entwicklungszentrum vertreten. Die durch Consumer-Marken wie 1&1 bekannte United Internet AG ist in Karlsruhe beheimatet und prägt von dort aus den hart umkämpften DSL-Markt. Kabel BW aus Heidelberg hat in den vergangenen Jahren das betagte Fernsehkabel-Zugangsnetz digitalisiert und zum Hochgeschwindigkeits-Internet für Privatkunden mit Geschwindigkeiten von bis zu 32 Megabit/s ausgebaut. Noch schneller rasen die Daten künftig in mit Glasfaserkabeln versorgten Gebieten, etwa in Sindelfingens künftigem Stadtteil Flugfeld. Die Einwohner dort erhalten Lichtwellenleiter bis direkt in die Wohnung und damit Bandbreiten von 100 Megabit/s – mit der Option auf weitere deutliche Steigerungen. Damit gehen neue Geschäftsmodelle einher, wie die Stadtwerke Sindelfingen als Eigentümer des neuen Hochgeschwindigkeitsnetzes zeigen: Die Kooperation mit einem technischen Netzbetreiber versetzt die Kommune in die einmalige Lage, vom Multimedia-Boom durch kontinuierliche Nutzungsentgelte für Breitband-Anwendungen zu profitieren – ohne dazu selbst zusätzliche Abteilungen aufbauen zu müssen. So schnell und konsequent ist das unter dem Begriff „Open Access“ bekannte kooperative Geschäftsmodell in Deutschland bisher noch nie umgesetzt worden – Baden-Württemberg ist auch hier die Speerspitze der Innovation im Bereich Information und Kommunikation.
Hochgeschwindigkeits-Zugangsnetze sind und werden immer mehr ein zentrales Kriterium, wenn es um die Attraktivität für Gewerbeansiedlungen geht. Dies zeigt deutlich die Studie „Standort Deutschland 2008“ von Ernst & Young. Ihr Ergebnis: Die Qualität der Telekommunikationsinfrastruktur gehört bei Standortentscheidungen zu den drei wichtigsten Kriterien. Entsprechend stark investiert Baden-Württemberg in die Förderung von Breitband auch im ländlichen Raum: Auf einem Breitband-Portal informiert das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum über Alternativen beim schnellen Internetzugang. Auch bei Veranstaltungen können sich Mandatsträger ländlicher Kommunen darüber informieren, wie ihre Bürger rascher Anschluss ans schnelle Netz finden. Damit diese schon in Kürze so innovative Dienste nutzen können wie Rosel Mosch in Friedrichshafen. |
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