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Himmlische IT: Cloud Computing revolutioniert den IT-Markt 13.08.2008
Als neues Buzzword treibt Cloud Computing die IT-Analysten seit Monaten umher. Der Begriff lässt eine Vielzahl von Definitionen zu, die verschiedene Ansätze und Interessen verfolgen. Sicher sind sich alle: Cloud Computing sorgt für die nächste technische Revolution im Internet. Statt wie bisher Hardware und Software als eigene IT-Infrastruktur zu betreiben, bezieht der Anwender sie als Dienstleistung über das Netz. Alle Daten befinden sich damit nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern auf einer Vielzahl global gestreuter Computersystemen – der Cloud.
| Cloud Computing: Daten aus der Wolke. (Bild: Photocase/Darjeelingtea) |
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Cloud Computing bedeutet für den Anwender Freiheit: Er kann von überall her über einen Webbrowser seine Anwendungen und Daten abrufen. Ebenso entfallen die Kosten für die Anschaffung einer lokalen IT-Infrastruktur. Lediglich die abgerufenen Dienste werden bezahlt. Wie Wasser und Strom mieten Unternehmen benötigte Speicher- und Rechenkapazitäten in der Cloud und sparen Zeit und Geld. Aber auch Privatanwender sollen künftig ihre Texte, Bilder, Programme und Kontakte online speichern und bearbeiten. Damit ändert sich nicht nur die IT-Branche, sondern die Internetnutzung an sich.
Sicherheitsbedenken bremsen die Entwicklung
Die Verlagerung der IT ins Netz sorgt bei IT-Verantwortlichen in Unternehmen allerdings für Bedenken. Geschäftskritische Daten und Informationen könnten verloren gehen oder in unbefugte Hände fallen. Erst kürzlich hatte ein mehrstündiger Ausfall des Amazon Datenspeicherdienstes „S3“ einige Web-2.0-Dienste lahmgelegt. Sicherheitsrisiken sind daher ein kritischer Faktor für den Erfolg von Cloud Computing. Der Schutz und die Wiederherstellung der Daten sowie die Verfügbarkeit und Stabilität der Infrastruktur beschäftigen potenzielle Nutzer. Neben der Security müssen auch gesetzliche Vorgaben wie Compliance und Auditing beachtet werden.
Service-Level-Agreements (SLA) sind ein wichtiges Werkzeug zur Kontrolle der verabredeten Leistungen mit einem Cloud-Anbieter. Wie bei jeder IT-Auslagerung an einen externen Dienstleister wird in einem Vertrag unter anderem festgelegt, wie und in welchem Umfang bei auftretenden Problemen Support geleistet wird. Bisher sind SLAs allerdings noch die Ausnahme im Cloud-Markt. |
| IT-Services kommen über das Internet. (Bild: Photocase/tom haese) |
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Die Großen schreiten voran
Mit Cloud Computing verändert sich die Beziehung zwischen Kunde und Anbieter. Statt sich Gedanken um Implementierung und Hosting der IT machen zu müssen, kann sich der Kunde auf den Nutzen der angebotenen Services konzentrieren. Das Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet, dass die Cloud den IT-Markt ebenso revolutionieren wird wie das E-Business. Momentan prägen verschiedene Modelle den jungen Markt: Anwender mieten Computing-Kapazitäten, also Rechenleistung, Speicherplatz oder beispielsweise CRM-Dienste.
Besonders die großen Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google und Adobe sind mit Cloud-Diensten aktiv. Im April diesen Jahres startete Microsoft die Testphase für „Live Mesh“. Die Plattform verbindet Geräte, Daten und Applikationen und erlaubt dem Nutzer den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff. „MobileMe“ von Apple bietet Ähnliches für den Mac. Mit dem bekannten Cloud-Dienst „Google Docs“ lassen sich Texte, Tabellen und Präsentationen online bearbeiten und speichern. Die Chancen kleinerer Cloud-Anbieter, sich auf dem Markt zu positionieren, schätzen Experten unterschiedlich hoch ein. |
| Cloud Computing in Karlsruhe: Hochleistungsrechensysteme im Fokus. |
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Karlsruhe beteiligt sich an Testumgebung
Forschung und Lehre profitieren stark vom Cloud Computing-Konzept. Um die Entwicklung noch weiter voranzutreiben, haben HP, Intel und Yahoo eine neue Initiative gestartet. In der über das Internet verfügbaren Testumgebung sollen Software, Hardware und das Management von Rechenzentren in Hinblick auf Cloud Computing intensiv erforscht werden. So können finanzielle und logistische Hürden abgebaut und die Zusammenarbeit von Industrie, Hochschulen und Regierungsbehörden gefördert werden.
Das Testumfeld wird zunächst aus sechs so genannten „Center of Excellence" bestehen. Diese sind bei der Infocomm Development Authority in Singapur (IDA), der Universität von Illinois, den HP Labs, bei Intel Research, Yahoo sowie dem Steinbuch Centre for Computing (SCC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) angesiedelt. Jeder der Standorte stellt eine eigene IT-Infrastruktur für Cloud Computing zur Verfügung. Noch in diesem Jahr erhalten ausgewählte Forscher Zugriff auf die weltweite Testumgebung.
Autorin: Amy Meyhoefer |
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