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Mit Sicherheit gute Chancen auf dem Markt 18.02.2009
Sicherheit ist zwar ein subjektives Gefühl, doch lässt sie sich durch den Einsatz moderner IT-Technologien erheblich verbessern. Daher ist sie zu einem wichtigen Aufgabenfeld für IT-Unternehmen geworden. Die Anforderungen der Wirtschaft an die Sicherheit sind gestiegen, und damit wächst auch der Markt.
| Neue IT-Lösungen sorgen für mehr Sicherheit. (Bild: Vitracom) |
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Als vor ein paar Jahren Videokameras auf dem Stuttgarter Rotebühlplatz aufgestellt werden sollten, um den Verkehrsknotenpunkt für die Ordnungskräfte kontrollierbar zu machen, sorgte dies noch für Diskussionen. Die Angst vor dem omnipräsenten Big Brother ist inzwischen jedoch weitgehend abgeflacht. So gehört die Videokamera in Straßenbahnen und öffentlichen Gebäuden inzwischen zum gewohnten Bild. Für IT-Unternehmen im Land bietet der allgemeine Einsatz von Sicherheitstechnik einen wachsenden Markt. Ein interessantes Geschäftsfeld ergibt sich besonders aus Steuerung und Verknüpfung der Sicherheitssysteme. Dazu zählen zum Beispiel Identitätsmanagement-Systeme und Videosysteme, die das Verhalten von Menschen nicht nur aufzeichnen, sondern auch analysieren.
Banken und Versicherungen sind gute Kunden
Eine grundlegende Analyse des IT-Security-Markts liefert die FAZIT-Studie „Sicherheit durch IT - Marktchancen und Herausforderungen am Beispiel Baden-Württemberg“. Sie untersucht den Entwicklungsstand von intelligenten Sicherheitssystemen und Identitätsmanagement und prüft die Anwendungspotenziale für kleine und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg.
In der Banken- und Versicherungsbranche setzen inzwischen beinahe die Hälfte der Unternehmen Identitätsmanagementsysteme ein. Insgesamt sorgen die Technologien in rund 23 Prozent der baden-württembergischen Unternehmen für mehr Sicherheit, so die FAZIT-Studie. Firmen mit mehr als 250 Mitarbeiter setzen die Systeme zunehmend auch für das Identitätsmanagement der Kunden ein. |
| Kontrolle der Identität per IT-Lösung (Bild:Flughafen Stuttgart GmbH) |
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Wer den Einsatz bisher noch scheut, wird in den wenigsten Fällen von den Kosten abgehalten. Vielmehr stoßen Identitätsmanagementsysteme auf Ablehnung, wenn kein echter Nutzen für das jeweilige Unternehmen erkannt wird. Grundsätzlich ist die Bereitschaft jedoch als hoch einzustufen. Da schützenswerter Datenaustausch auf elektronischem Wege zunimmt, wird der Bedarf künftig steigen.
Sicher auf die Reise gehen
Nicht erst seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 ist die Akzeptanz und der Einsatz von Sicherheitstechnologien an Flughäfen besonders hoch. Fluggäste, Besucher, Fracht und nicht zuletzt das Personal sollen mithilfe moderner IT optimal geschützt werden. Für die Entwickler von Sicherheitstechnologien eine besondere Herausforderung, schließlich müssen Videoüberwachung, Brandalarm und Steueranlagen koordiniert werden. Der Schlüssel liegt in Netzwerk-Technologien, die alle relevanten Informationen gebündelt erfassen und auswerten.
Zwar sind Systeme des Identitätsmanagements bisher noch nicht für die großen Menschenmengen konzipiert worden, die täglich einen Flughafen passieren, doch das könnte sich bald ändern. Laut FAZIT-Studie ergibt sich hier im Zuge immer weiter steigender Sicherheitsanforderungen ein neues Einsatzfeld. |
| Vitracom-Software analysiert das Kaufverhalten (Bild: Vitracom) |
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Shop Efficiency Monitoring: Kaufverhalten vorhersagen
Sicherheits-IT birgt jedoch auch jenseits von Datenschutz und Terrorbekämpfung Marktchancen. Ursprünglich für Sicherheitsdienste im Einzelhandel konzipiert, werden beispielsweise die Produkte der Karlsruher Firma Vitracom mittlerweile vor allem in der Marktforschung und bei der strategischen Ausrichtung von Unternehmen eingesetzt.
„Wir hatten anfangs ein Produkt – einen Videosensor zur Auswertung von Kamerabildern“, erklärt Dr. Peter Klausmann, einer der Gründer von Vitracom. Der Videosensor, der zunächst in der Sicherheitstechnik eingesetzt wurde, entsprach unerwarteter Weise jedoch exakt den Anforderungen im Bereich der Käuferanalyse. Shop Efficiency Monitoring heißt die Marktlücke, mit der das Karlsruher Unternehmen in den letzten Jahren den Einzelhandel erobert hat. Die Vitracom-Software unterscheidet aufgrund bestimmter Parameter zwischen Männer und Frauen und analysiert deren typische Einkaufswege. Inzwischen findet das System auch in öffentlichen Gebäuden Anwendung, etwa um Menschenströme für die Planung von Fluchtwegen zu messen. In Museen meldet die Software, wann die Besucherzahl im Raum zu groß für sensible Exponate ist.
Ob Datensicherheit, Terrorprävention oder die Analyse von Einkaufsverhalten: IT-Sicherheit hat sich als Wachstumsmarkt etabliert. Das belegt die FAZIT-Studie und die Erfahrung von Herstellern wie Vitracom. Für die IT-Unternehmen in Baden-Württemberg ist diese Entwicklung eine Chance, sich mit innovativen Produkten einen neuen Markt zu erschließen.
Autorin: Christine Bilger |
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