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Mona Pearl auf dem Heidelberger Innovationsforum: In drei Schritten zum Erfolg
20.04.2010

 

Mit ihrer Keynote eröffnet Mona Pearl, Gründerin von Beyond A Strategy, Inc. in Chicago, am 22. April 2010 das Heidelberger Innovationsforum – bedingt durch bedingt durch den Vulkanausbruch in Island via Skype. Das Matchmaking-Event legt den Fokus in diesem Jahr auf Cleantech und Green IT. Die Unternehmerin verrät im Interview, woran Geschäftsmodelle im Regelfall scheitern und welche Strategie zum Erfolg führt.

 

Mona Pearl: Innovationen und Unternehmergeist gestalten die Welt von morgen
Frau Pearl, Sie halten die Keynote beim diesjährigen Heidelberger Innovationsforum. Wie kam es zu der Entscheidung dort zu sprechen?

Mona Pearl: Innovationen und Unternehmergeist sind meine Leidenschaft. Beides bewegt die Welt von heute und gestaltet gleichermaßen die Welt von morgen. Ohne Innovationen gibt es keine Entwicklungen, keine Zukunft. Deshalb ist es für mich so wichtig, Unternehmer zu motivieren, sie zu unterstützen und zu fördern. Insbesondere brauchen sie Mittel und Fähigkeiten, die ihnen helfen, am Markt erfolgreich zu sein und sicherstellen, dass ihre Ideen entwickelt, gefördert und genutzt werden.

Viele Probleme und Herausforderungen der heutigen Zeit werden dank dieser Menschen und ihrer Visionen gelöst werden können. Daher wollte ich die Gelegenheit nutzen, von meinen eigenen Erfahrungen als Unternehmerin zu erzählen und sie um die Perspektive eines globalen Unternehmens zu ergänzen.

Sehen Sie Synergien zwischen Ihrer Arbeit und den Zielen des Innovationsforums?

Pearl: Meine Arbeit setzt Innovationsziele in Unternehmen um. Globale Strategien zu planen und umzusetzen erfordert von den Unternehmen den Mut, den Blick über den Tellerrand zu wagen, die Umwelt zu beobachten und etwas Wettbewerbsfähiges zu entwickeln.

Innovation bedeutet nicht nur ein neues Produkt oder eine Lösung, sie umfasst auch die Herangehensweise, wie das Neue verbreitet wird. Daher reden wir stets von mindestens zwei Stufen von Innovationen. Einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, ist unbedingt notwendig, um im dynamischen Markt von heute Erfolg zu haben. Solche Wettbewerbsvorteile können sehr unterschiedlich sein und sie sind abhängig von der Unternehmens- und Marktsituation, den Produkten sowie der Kultur der Zielgruppe.

 

Green IT & Cleantech auf dem Heidelberger Innovationforum am 22. April 2010
Erzählen Sie etwas mehr von Ihrem privaten und beruflichen Lebensweg. Sie sind in Rumänien geboren …

Pearl: Ja, ich bin Rumänien geboren und habe bisher auf drei Kontinenten gelebt. Ich spreche fünf Sprachen und bin sehr viel gereist. Die meiste Zeit meines Lebens bin ich Unternehmerin gewesen, habe mehrere Firmen gegründet und immer Spaß an deren Wachstum gehabt.

Ich bin überzeugt davon, dass sich hartes und kluges Arbeiten auszahlt. So ähnlich sich die jeweiligen Herausforderungen sind, denen sich Unternehmen stellen müssen, so unterschiedlich sind die notwendigen Lösungen. Ich beschäftige mich mit jedem meiner Klienten ganz individuell. Für mich gibt es nicht die eine Formel, mit der sich jedes Problem lösen lässt. Ich versuche zuzuhören und kreative und einfallsreiche Lösungsansätze zu finden, die meinen Klienten helfen, tatsächliche Ergebnisse zu erreichen.

Warum haben Sie Ihr Unternehmen „Beyond A Strategy” genannt? Sind Sie der Ansicht, dass Strategien unnötig sind?

Pearl: Die meisten Strategien scheitern bei der Verwirklichung, daher der Name „Beyond A Strategy“. Der Fokus liegt auf der Umsetzung. Das wirklich Schwierige daran ist, eine Strategie in Echtzeit und mit Instrumenten zu planen, die letztendlich auch in der Realität funktionierten.

Viele Großunternehmen konzentrieren sich nur auf hervorragende Strategien, mit Diagrammen und Grafiken und Bildern – und dabei vergessen sie ganz, was zum Zeitpunkt der Umsetzung passieren muss.

 

Individuelle Wege zum Erfolg suchen (Bild: pixelputze / photocase.com)
Was macht eine erfolgreiche Strategie aus?

Pearl: Jedes Unternehmen muss seine eigenen Messgrößen für den Unternehmenserfolg festlegen. Es gibt keine allgemeingültige Regel. Für manche Unternehmen ist es die Marktstellung, für andere der Marktanteil. Für wieder andere ist es wichtig, innovativ zu sein und eine Vorreiterrolle zu haben, und nochmals andere interessieren sich hauptsächlich für den Bilanzgewinn. Das ist der erste Schritt, bei dem wir den Unternehmen helfen, damit sie sich realistische Ziele zu setzen und eine entsprechende Strategie entwickeln, die diese Zielerreichung möglich macht.

Sie werben mit dem Slogan „Plan, Commit, Action". Können Sie das genauer erläutern?

Pearl: Dies sind die drei wichtigsten Schritte, die bei der Umsetzung einer Strategie oder eines Aktionsplans wichtig sind. Es ist stets dieser dreistufige Prozess, der zum Erfolg führt.

Einer der ersten Schritte ist, den Unternehmenserfolg zu definieren und ihn entsprechend zu planen. Das Unternehmen muss jedoch auch zu 100 Prozent hinter diesen Plänen stehen.  Und „commitment“ verlangt nach Geld, Ressourcen, Verständnis und vielen weiteren Dingen. Wenn dies beides geschafft ist, kann man sich an die Umsetzung wagen.

Wodurch unterscheiden sich die Sichtweisen von geschäftlichen Niederlagen in den USA und Europa oder Deutschland?

Pearl: Der Unterschied, wie Erfolg und Misserfolg in den USA und Europa wahrgenommen wird, ist wie Osten und Westen. In den Vereinigten Staaten ist es okay mit einer Geschäftsidee zu scheitern, auch wenn es natürlich trotzdem nicht gern gesehen ist. Aber man geht eben davon aus, dass man aus Misserfolgen lernt und einen besonderen Erfahrungsschatz aufbaut.  Es ist keine Schande, neue Geschäftsmodelle anzugehen und damit zu scheitern. Trotzdem ist Erfolg selbstverständlich hoch angesehen.

Europa ist da konservativer. Das mag daran liegen, dass Unternehmertum und Selbstständigkeit lange Zeit nicht unterstützt wurden, es sei denn, sie wurden von staatlicher Seite oder großen Institutionen initiiert.

Auch ist die amerikanische Art insgesamt ungezwungener und die Leute akzeptieren dich und deine bisherigen Leistungen. Öffentlich zuzugeben, dass man es bereits zum x-ten Male versucht, ist kein Beinbruch. Es ist einfach eine andere Mentalität.

Das Interview führte Christof Lechner.

 




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