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Baden-Württemberg goes mobile: Die besten Ideen für mobile Anwendungen im Land 03.03.2010
Der Trend geht zum Smartphone: Das Handy kann den Alltag mit einer Vielzahl von Applikationen erleichtern oder für Unterhaltung sorgen. Die MFG Baden-Württemberg, Innovationsagentur des Landes für IT und Medien, hat dieser Entwicklung den Wettbewerb „Baden-Württemberg goes mobile“ gewidmet. Am 25. Februar wurden im Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) die besten Ideen für mobile Anwendungen prämiert.
| Wettbewerb "Baden-Württemberg goes mobile" |
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Das Smartphone ist mehr als ein Telefon
Nicht erst seit Apple das iPhone auf den Markt gebracht hat ist klar, dass das Handy längst mehr ist als ein mobiles Telefon. Die Smartphones haben ihren Siegeszug angetreten. Auf der Messe GSMA Mobile World Congress in Barcelona waren die Alleskönner mit Kamera, Organizer und unzähligen weiteren Applikationen das beherrschende Thema; die Experten dort erklärten 2010 zum Jahr des Smartphones. Die MFG Baden-Württemberg hat diesen Trend aufgegriffen und den landesweiten Wettbewerb „Baden-Württemberg goes mobile“ ausgeschrieben. Die Vielseitigkeit der eingereichten Applikationen beweist, dass die Möglichkeiten des Smartphones von vielen Programmierern im Land getestet, genutzt und als Anregung aufgegriffen werden.
Die Preisträger präsentieren ihre Ideen
Der Preis „Baden-Württemberg goes mobile“ wurde in vier Kategorien ausgelobt, die jeweils mit 5.000 Euro dotiert waren: Creative living and working, Keep in shape, Mobile interactive arts and tunes und Troubleshooting. In der Kategorie Creative living and working gewann der IT-Berater Vinh Phuc Dinh mit seinem City Guide. Damit soll sich jeder einen mobilen Reiseführer für sein Smartphone erstellen können; in fünf Schritten auf der Homepage. „Ich habe einfach analysiert: Was kann das Handy, was der PC nicht kann: Es ist mobil“, so der 28-Jährige. Die Applikation kann dann als Download oder im Appstore – dem Downloadportal von Apple – zur Verfügung gestellt werden. „Mit dem Cityguide will ich es allen ermöglichen, auf dem Handy zu publizieren“, sagte der Preisträger. Vereine, Kommunen, aber auch Privatpersonen kann er sich als Nutzer vorstellen. Und während er das am Rande des Empfangs zur Preisverleihung erzählt, klickt sich Vinh Phuc Dinh durch sein Programm und zeigt, wie man einen Guide zu den besten Cafés in seiner Heimatstadt erstellt. |
| Die stolzen Hauptpreisträger des Wettbewerbs |
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Hat Vinh Phuc Dinh die eigenen Vorlieben zum Anlass genommen, sein Programm zu schreiben, waren es für Moritz Haarmann die eigenen Probleme beim Umgang mit seinem Smartphone. Der Student der Medieninformatik an der Stuttgarter Hochschule der Medien entwarf für die Kategorie Troubleshooting ein Programm, dass die Buchstabeneingabe auf dem Touchscreen erleichtert. Qwerted heißt die Anwendung, der Name bezieht sich auf die Anordnung der ersten fünf Buchstaben auf der Computertastatur. „Ich bin ein Grobmotoriker und wollte, dass das Tippen leichter wird“, erläutert der 24-Jährige seine Idee. Seine App rechnet aus, welcher Buchstabe der nächste sein könnte, und vergrößert diesen. Dafür musste Haarmann ein Wörterbuch als Basis verwenden, damit das Programm die häufigsten Kombinationen erkennen kann. „Die größte Arbeit war es, ein eigenes Format für das Wörterbuch zu schreiben“, erzählt Haarmann, der die App als Projekt für seinen Bachelor-Abschluss entworfen hat.
Aber Apps sollen nicht nur nützlich sein, sie dürfen auch Spaß machen. In der Kategorie Mobile interactive arts and tunes wurde daher das Spiel BattleBotz von der Karlsruher Havana Apps Limited & Co. KG ausgezeichnet. Das Display wird zum Strategiespielfeld für eine Roboterschlacht. Von der Vielfalt der Einreichungen sind Thomas Sempf und Matthias Huber begeistert: „Der Wettbewerb ist beeindruckend, weil er zeigt, welch ein breites Spektrum es in der Region gibt“, sagt Thomas Sempf. So sieht es auch Christopher Kassulke von der Firma Handy Games in Giebelstadt. „Wir kommen zwar von jenseits der Landesgrenze aus Bayern, aber bei dem Wettbewerb fühlten wir uns nach Baden-Württemberg gezogen“, sagt der Geschäftsführer. Gewonnen hat sein Team in der Kategorie Keep in shape – mit einem Training für die geistige Fitness. InfeCCt heißt der Spielspaß, bei dem die Kombinationsgabe des Nutzers gefragt ist. Entwickelt wurde es zusammen mit dem Diplompsychologen Andreas Skulteti, zu dessen Fachgebieten die Gedächtnispsychologie zählt. |
Die Jury vergibt zusätzlich den Talents-Preis
Angesichts der vielen hervorragenden Einreichungen ließ es die Jury nicht bei den vier Hauptpreisen bewenden. „Die Juroren haben sich spontan entschlossen, zusätzlich fünf Mobile Talents Sonderpreise zu vergeben“, so Dr. Ute Hillmer, Unitleiterin Kreativwirtschaft und Projektentwicklung bei der MFG, als sie die Preise gemeinsam mit Michael Flor, dem hauptamtlichen Geschäftsführer des FZI, überreichte. Diese mit 1.000 Euro dotierten Auszeichnungen ging an Jonas Keeling und Benjamin Gröner für ihre Applikation „molofi“, einer Indoor-Ortung auf W-LAN-Basis. Nha-Phuong Nguyen, Stefan Zülch, Robert Krüger und Philipp Lehmann bekamen ihn für „Share a Run“, einer mobilen GPS-Anwendung für Lauffreunde. Rubin Mobile wurde für „Get Applause“ ausgezeichnet: Robin Schmid und Ruben Gänsler haben einfach aber effektvoll eine App entworfen, die dem Besitzer Applaus spendet, wenn er sein Smartphone schüttelt. Tagcrumbs Limited entwarfen die gleichnamige Anwendung Tagcrumbs, mit der man für Freunde interessante Punkte in der Stadt markieren kann. Paul Steinhilber erhielt den Preis für die Applikation SongStory, mit der man das Handy um ein persönliches Musiklexikon bereichert.
Die Branche stellt sich vor
Bei der Preisverleihung am 25. Februar in Karlsruhe ging es natürlich in erster Linie um die Gewinner. Doch es sollte auch ein Abend werden, der einen Überblick über die innovative Branche der Smartphones bietet. Deswegen boten die Referenten Wolfram Herzog (SIC! Software), Tobias Limbach (User Interface Design) und Karl-Heinz Ulbrich (Accinity Deutschland) Einblicke in ihre Arbeit.
Wolfram Herzogs Heilbronner Softwarehaus arbeitet hauptsächlich für Kunden, die Lösungen für Mobilfunkgeräte wollen. „Die Touch-Bedienung wird der Standard werden“, lautete eine seiner Prognosen für den Markt. Aus seiner täglichen Praxis berichtete er, dass Apps gegenüber Browseranwendungen mehrere Vorteile haben. Zum einen seien sie eigens für das Mobiltelefon geschaffen, zum anderen sei der Stromverbrauch bei ständigem Online-Betrieb zu hoch, um diesen im Alltag zu nutzen. |
| Präsentation der ausgezeichneten Apps |
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Tobias Limbach schilderte, wie er die Veränderung des Marktes beobachtet. „Die Firma Apple hat mit dem iPhone Innovatives geleistet: Sie hat den iPod, das Navigationsgerät, das Handy, die Kamera und noch mehr in einem zusammengefasst“, sagte er. Diese „Konvergenz der Medien“ habe eine ganz eigene Form der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik geschaffen. Seine Firma beschäftige sich unter anderem mit Untersuchungen zur User Experience. Dazu zählen neben Bedienungskomfort auch das Handy als Statussymbol und die Möglichkeit zu sozialen Kontakten. „Die User Experience hat einen direkten Einfluss auf die Nutzungshäufigkeit des Geräts“, so Limbach.
Karl-Heinz Ulbrich widmete sich den Location Based Services. Die Smartphones seien zwar auf dem Vormarsch, hätten aber bisher erst einen Marktanteil von23 Prozent in Deutschland erreicht. Daher entwickle seine Firma Lösungen, bei der die weit verbreiteten Bluetooth und GPS-Technologien zum Tragen kommen. Mit Bluetooth Hotspots lasse sich zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln Werbung verbreiten. Ein Anwendungsbereich seiner Lösungen seien Messestände, wo Besucher über Bluetooth Informationen abrufen können.
Der Abend der Preisverleihung des ersten Wettbewerbs „Baden Württemberg goes mobile“ hat vor allem eines gezeigt: Die neue Generation der Handys bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Mit ihrem Wettbewerb hat die MFG diesem Entwicklungstrend ein Forum gegeben, das erkennen lässt, welche große Rolle das Thema bei den Firmen, Studierenden und IT-Experten in Baden-Württemberg bereits spielt.
Autorin: Christine Bilger |
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